Das Turnier

Das historische Turnier hat sich von Anfang bis zum Ende des Mittelalters stark gewandelt und so konnte die gleiche Veranstaltung im Hoch- und Spätmittelalter völlig anders aussehen. Für das Liverollenspiel ist es aber wenig sinnvoll sich auf eine bestimmte Form festzulegen und daher ist es uns wichtig, die essentiellen Elemente eines Turniers darzustellen. An erster Stelle steht der ritterliche Wettkampf und man darf keinesfalls unterschätzen, wie ernst es dabei zuging. Sieg oder Niederlage konnte über ganze Existenzen bestimmen. Das im Spiel darzustellen ist eine schöne Sache, wir würden uns aber wünschen, dass es outtime weniger verbissen zugeht. Wir stellen keinen unglaublich tollen oder wertvollen Preis für den Sieger. Es geht also nicht ums Gewinnen sondern nur darum, dass alle möglichst viel Spaß an der Veranstaltung haben. Die Erfahrung des ersten Ritterlagers hat gezeigt, dass schöne Kämpfe allen Beteiligten mehr Spaß machen.
Neben den vielen Wettkämpfen ist ein Turnier ein großes Fest, bei dem es neben dem Kämpfen hauptsächlich ums Feiern geht. Wir werden feiern und Spaß haben und deswegen möchten wir uns von einem großen Teil der Zwanghaftigkeit vieler Adelsspiele verabschieden. Nicht falsch verstehen: Höflichkeit ist Pflicht, aber es wird beispielsweise von keinem Ritter erwartet sich ständig vor ranghöherem Adel und Damen zu verneigen.

Ablauf

Am Donnerstagabend bis Freitagmorgen werden alle Teilnehmer ihre Turnierwürdigkeiten mit Hilfe von Urkunden, dem Eid eines bekannten Bürgen oder in einer anderen Form bezeugen müssen.
Das Turnier wird am Freitagmittag mit einer Helmschau beginnen. Wir bitten alle Teilnehmer einen Helm samt Zier und Wappenbanner dafür mitzubringen. Marke

Das eigentliche Turnier wird mit einem Markensystem gekämpft. Jeder Ritter hält zu Anfang drei eigene Marken in seinen Händen. Diese gelten sozusagen als Lebenspunkte.
Beispiel einer Turniermarke

Gekämpft wird nach dem Herausforderungsprinzip. Jeder Ritter darf einen anderen Ritter fordern oder von einem anderen Ritter gefordert werden. Diese Turnierart beschränkt sich nicht nur auf den reinen Waffengang, es kann auch Schach gespielt, gerungen, Lanze gegen Lanze gekämpft, etc. werden. Sowohl der Kampfmodus (Anzahl der Treffer usw.) als auch die Wahl der Waffen und Rüstung steht den Teilnehmern frei. Beispielsweise erfreuten sich die Turnierkolben (siehe Abbildung) beim letzten Mal großer Beliebtheit. Wir werden wieder welche vor Ort haben, können aber jedem empfehlen sich einen eigenen Turnierkolben z.B. in den eigenen Wappenfarben zu besorgen oder anzufertigen.


Turnierkolben
Turnierkolben

Wer einen Kampf verliert übergibt dem Gewinner eine seiner eigenen Marken. Man kann nur zu einem Kampf fordern oder gefordert werden, wenn man noch mindestens eine eigene Marke besitzt. Wer am Ende des Turniertreibens die meisten fremden Marken in seinem Besitz hat, hat das Turnier gewonnen. Bei dieser Turnierform hängt es natürlich ganz stark an der Aktion der Teilnehmer, also traut euch!

Beim letzten Ritterlager haben die außergewöhnlich schönen und interessanten Kämpfe einen Großteil des Spaßfaktors ausgemacht. Auf Initiative der Spieler wurde damals der Ausgang der meisten Kämpfe im Voraus ausgelost.

Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit einen Gegner außerhalb des „gewerteten“ Turniers zu fordern. Dabei werden dann keine Marken übergeben und es geht nur um den Spaß am Kampf.
Neben diesem Forderungsturnier wird es noch viele andere Wettkämpfe und Programmpunkte geben.

Am Samstagabend haben wir eine große Rittertafel und die Feier zu Ehren der Sieger geplant. Wie genau das ablaufen wird hängt hauptsächlich vom Wetter ab. Beim letzten Mal hatten wir auf Spielerinitiative die Version „Bring your own Banquet“. Jeder brachte sein eigenes Essen oder mehr zur großen Tafel und so war es möglich ein gemeinsames Abendessen inklusive Siegerehrung für die Ritter zu haben.